Kugelstoßer David Storl.

07:54 min | 08.08.2018 | Das Erste

Storl hat wieder Spaß am Kugelstoßen

Kugelstoßer David Storl ist nach schwierigen Jahren zurück in der Erfolgsspur. Bronze bei der Heim-EM ist der Lohn. Familie und Trainer - mehrere Faktoren haben ihn zurück in die Erfolgsspur gebracht.

Leichtathletik

Serie gerissen - Aber Storl glücklicher Dritter

Der Titelverteidiger ist entthront. Nach seinen Triumphen 2012, 2014 und 2016 gab es für Kugelstoßer David Storl im Berliner Olympiastadion Bronze. Glücklich war er nach schwierigen Jahren trotzdem.

Drei Mal in Serie hatte Kugelstoßer David Storl den EM-Titel gewonnen, vor heimischem Publikum in Berlin ging diese Serie am Dienstag zu Ende. Der Leipziger wuchtete sein Arbeitsgerät im ersten Versuch auf 21,41 m, musste aber zwei Polen in einem ebenso packenden wie starken Finale den Vortritt lassen. Michal Haratyk gewann Gold, sein Landsmann Konrad Bukowiecki sicherte sich Silber. "Ich freue mich riesig über die Bronzemedaille, das Niveau war sehr hoch", sagte Storl im ZDF: "Ich wollte noch kontern, habe mich aber ein bisschen festgefahren."

Wie stark Storls Leistung einzuschätzen ist, zeigt ein Blick in die Geschichte: Mit der gleichen Weite hatte er 2014 noch den Titel gewonnen, er ist der mit Abstand beste Dritte der EM-Geschichte. Seit dem Schweizer Werner Günthör 1986 (22,22) musste kein Europameister für den Titel so weit stoßen wie Haratyk. Mit der Weite sei er nicht weit von der Weltspitze weg, bilanzierte Storl zufrieden. Nach schwierigen Jahren ist er mit seinem neuen Trainer Wilko Schaa endgültig zurück in der Erfolgsspur.

Storl kann sich nicht steigern

Der Titelverteidiger hatte mit 21,41 m eine Duftmarke gesetzt. Die Konkurrenten zeigten sich aber wenig beeindruckt. Haratyk, der in diesem Jahr schon einmal über 22 m gestoßen hatte, konterte. Er katapultierte die 7,257 Kilogramm schwere Kugel auf 21,73 m und setzte sich an die Spitze. Auch sein Landsmann Bukowiecki übertraf Storl und schob sich mit 21,66 m an der deutschen Goldhoffnung vorbei. Storl fabrizierte danach zwei ungültige Stöße. Auch die weiteren drei Versuche langten nicht zum ganz großen Coup. "Ich bin volles Risiko gegangen, habe es technisch aber nicht mehr richtig auf die Reihe bekommen", sagte der zweimalige Weltmeister, der dennoch glücklich war: "Es kommt nicht oft vor, dass so viele Athleten bei der EM über 21 m stoßen."

Ergebnisse

Leichtathletik, Kugelstoßen, Männer, Finale

Gold Flagge Polen POL Michal Haratyk
Silber Flagge Polen POL Konrad Bukowiecki
Bronze Flagge Deutschland GER David Storl
4. Flagge Tschechien CZE Tomas Stanek
5. Flagge Neutrales Team ANA Alexander Lesnoi

Zurück auf dem Podest

Nach zwei eher verkorksten Jahren (7. Platz bei Olympia, 10. Platz bei der WM) war der Sachse bei der Hallen-WM im April als Zweiter wieder auf das Podest zurückgekehrt. In Berlin hätte Storl als erster Kugelstoßer vier EM-Titel nacheinander gewinnen können. Dieser Traum erfüllte sich nicht. 31 Zentimeter fehlten an diesem Tag zu Gold.

Dennoch ist er auf dem Weg zurück. Der Trainerwechsel - Schaa löste Storls langjährigen Coach Sven Lang ab - war einer der Schlüssel auf dem Weg zurück zu alter Klasse. Durch weniger Versuche im Training und dosiertes Krafteinheiten stößt er nach einer chronischen Entzündung und erfolglosen Operationen inzwischen wieder ohne Schmerzen im Knie. Fernziel des deutschen Serienmeisters sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Die Goldmedaille beim wichtigsten Sportereignis der Welt fehlt dem Leipziger noch in seiner Sammlung.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | European Championships 2018 | 08.08.2018 | 09:00 Uhr

Stand: 07.08.18 21:43 Uhr

Medaillenspiegel

Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge Russland RUS 31 19 16
2. Flagge Großbritannien GBR 26 26 22
3. Flagge Italien ITA 15 17 28
4. Flagge Niederlande NED 15 15 13
5. Flagge Deutschland GER 13 17 23
6. Flagge Frankreich FRA 13 14 15
7. Flagge Polen POL 9 6 6
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