Gina Lückenkemper gewinnt Silber über 100 Meter bei den Europameisterschaften in Berlin 2018. © imago/Bildbyran

02:41 min | 07.08.2018 | Das Erste

100 m: Der Silber-Lauf von Gina Lückenkemper

Gina Lückenkemper hat sich in Berlin ihren Traum von einer EM-Medaille über 100 m erfüllt. Sie jagte in 10,98 Sekunden zu Silber hinter Dina Asher-Smith und ließ Dafne Schippers hauchdünn hinter sich.

Leichtathletik

Schnell und gerührt: Lückenkemper sprintet zu Silber

Sprinterin Gina Lückenkemper ist bei der Leichtathletik-EM in Berlin zu Silber über 100 m gesprintet und schwärmte hinterher von der Atmosphäre im Olympiastadion. Wie schon im Halbfinale blieb sie auch im Endlauf unter elf Sekunden.

Mit Tränen in den Augen, einer Deutschlandfahne um die Schultern und Maskottchen Berlino im Schlepptau absolvierte Gina Lückenkemper ihre Ehrenrunde vor 40.000 begeisterten Fans. "Es ist ein unfassbar emotionaler Moment für mich. Die Tränen kommen einfach durch die ganze Atmosphäre hier im Stadion, die Zuschauer - das ist einfach nur geil", sagte Lückenkemper im ZDF, nachdem sie unwiderstehlich zur ersten deutschen EM-Medaille über die 100 m seit Verena Sailers Gold 2010 in Barcelona gerannt war.

Schippers noch abgefangen - Asher-Smith gewinnt verdient

Dabei kassierte die 21-Jährige in 10,98 Sekunden auf den letzten Metern sogar noch Dafne Schippers ein und bestätigte ihren starken Auftritt aus dem Halbfinale. Für die Niederländerin, Europameisterin 2014 und 2016, gab es mit 10,99 Sekunden "nur" Bronze. Gold ging verdient an die Britin Dina Asher-Smith, die mit 10,85 Sekunden Jahresweltbestleistung lief. Die Medaillenanwärterin Mujinga Kambundji aus der Schweiz kam in 11,05 Sekunden nur auf Platz vier.

Sprinterin, Gina Lückenkemper.

02:58 min | 08.08.2018 | Das Erste

Lückenkemper: "Ich habe es allen gezeigt"

Erst ist da nichts: keine Gedanke, kein Gefühl. Dann ist da alles: große Gefühle. Gina Lückenkemper und ihr Lauf zur Silbermedaille über 100 m.

"Blöcke von Kreismeisterschaften"

Im Moment ihres bislang größten Erfolges fand die Lückenkemper auch Zeit für Kritik. Angesprochen auf ihren schwachen Start beklagte sie kurz die Bedingungen. "Die Blöcke sind echt eine Katastrophe. Das sind Blöcke von Kreismeisterschaften. Da war noch Potenzial", sagte die Vize-Europameisterin. "Aber das ist mir jetzt sowas von scheißegal, ich hab Silber, und das kann mir keiner mehr nehmen."

Ergebnisse

Leichtathletik, 100 m, Frauen, Finale

Gold Flagge Großbritannien GBR Dina Asher-Smith
Silber Flagge Deutschland GER Gina Lückenkemper
Bronze Flagge Niederlande NED Dafne Schippers
4. Flagge Schweiz SUI Mujinga Kambundji
5. Flagge Niederlande NED Jamile Samuel

Auch im Halbfinale unter elf Sekunden

Schon im Halbfinale hatte Lückenkemper gezeigt, dass mit ihr zu rechnen sein würde. In ebenfalls 10,98 Sekunden wurde sie in ihrem Halbfinale Zweite hinter Asher-Smith, was auch die zweitschnellste Zeit in den drei Halbfinalläufen insgesamt bedeutete.

Damit blieb sie sowohl im Halbfinale als auch im Finale nur drei Hundertstelsekunden über ihrer persönlichen Bestzeit, die sie bei der WM 2017 in London mit 10,95 Sekunden aufgestellt hatte. "Es war einfach ein geiles Rennen. Ich bin saugeil drauf. Es ist einfach mega, dass ich das auf die Bahn bringen kann", sagte Lückenkemper nach dem Halbfinale. Die beiden anderen deutschen Starterinnen Tatjana Pinto und Lisa-Marie Kwayie schieden dagegen in den Halbfinals aus.

Ergebnisse

Leichtathletik, 100 m, Frauen, 1. Halbfinale

1. Q Flagge Großbritannien GBR Dina Asher-Smith
2. Q Flagge Deutschland GER Gina Lückenkemper
3. Flagge Frankreich FRA Orphée Neola
4. Flagge Weißrussland BLR Kryszina Zimanouskaja
5. Flagge Schweiz SUI Ajla Del Ponte

Leichtathletik, 100 m, Frauen, 2. Halbfinale

1. Q Flagge Schweiz SUI Mujinga Kambundji
2. Q Flagge Frankreich FRA Orlann Ombissa-D'Zangue
3. Flagge Deutschland GER Tatjana Pinto
4. Flagge Großbritannien GBR Daryll Neita
5. Flagge Polen POL Ewa Swoboda

Leichtathletik, 100 m, Frauen, 3. Halbfinale

1. Q Flagge Niederlande NED Dafne Schippers
2. Q Flagge Niederlande NED Jamile Samuel
3. q Flagge Großbritannien GBR Imani Lansiquot
4. q Flagge Frankreich FRA Carolle Zahi
5. Flagge Deutschland GER Lisa-Marie Kwayie

Druck vor der EM von der Konkurrenz

In dieser Saison hatte es für Lückenkemper zuvor im Jahr 2018 nur zu 11,07 Sekunden gereicht, der vor der EM sechstschnellsten Zeit in Europa. Asher-Smith (10,92 Sekunden) und Kambundji (10,95 Sekunden) waren mit starken Zeiten vorgeprescht und hatten Druck erzeugt.

Vicaut verletzt - Hughes Europameister

Das 100-m-Finale der Männer fand ohne deutsche Beteiligung statt und auch ohne Jimmy Vicaut. Der Franzose, der die schnellste Zeit im Halbfinale gelaufen war, musste kurzfristig verletzungsbedingt passen. Damit war die Bahn frei für Zharnel Hughes aus Großbritannien - und der erfüllte in 9,95 Sekunden die Erwartungen. Die Goldmedaille gewann er vor seinem Landsmann Reece Prescod in 9,96 Sekunden und Jak Ali Harvey aus der Türkei in 10,01 Sekunden.

Hughes sprintet ins Ziel.

01:38 min | 07.08.2018 | Das Erste

100 m Männer: Hughes nutzt Gunst der Stunde

Der Brite Zharnel Hughes ist neuer Sprintkönig Europas. Er profitierte im EM-Finale von Berlin vom verletzungsbedingten Fehlen des französischen Favoriten Jimmy Vicaut. Auch Silber blieb auf der Insel.

Die deutschen Sprinter Lucas Jakubczyk und Julian Reus waren im Halbfinale gescheitert, Kevin Kranz schon im Vorlauf.

Ergebnisse

Leichtathletik, 100 m, Männer, Finale

Gold Flagge Großbritannien GBR Zharnel Hughes
Silber Flagge Großbritannien GBR Reece Prescod
Bronze Flagge Türkei TUR Jak Ali Harvey
4. Flagge Großbritannien GBR Chijindu Ujah
5. Flagge Italien ITA Filippo Tortu

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | European Championships 2018 | 04.08.2018 | 09:55 Uhr

Stand: 07.08.18 23:51 Uhr