Die italienische Diskuswerferin Daisy Osakue  Foto: Alfredo Falcone

Leichtathletik

Osakue startet trotz tätlichen Angriffs in Berlin

Die italienische Diskuswerferin Daisy Osakue wird bei der EM in Berlin starten, obwohl sie bei einem tätlichen Angriff verletzt worden war.

Die in Turin geborene Sportlerin mit nigerianischen Wurzeln erhielt von ihren Ärzten die Erlaubnis für einen Start bei den Diskuswettbewerben am 9. und 11. August.

Die 22-Jährige war aus einem vorbeifahrenden Auto, in dem zwei Männer saßen, mit Eiern beworfen worden. Bei dem Angriff am vergangenen Montag (30.07.2018) in Moncalieri in der norditalienischen Region Piemont erlitt sie eine Hornhautablösung am linken Auge und musste in der Klinik behandelt werden.

Eierwurf aus rassistischem Hass?

Osakue geht von einem rassistischen Hintergrund aus. "Man wollte nicht mich, sondern einfach jemanden mit dunkler Hautfarbe angreifen", sagte sie und erklärte zudem, dass sie sich keiner Augenoperation unterziehen müsse.

Drei junge Italiener wurden am Donnerstag angezeigt. Die Männer erklärten, sie hätten aus Langweile und nicht aus rassistischen Motiven gehandelt. 

Unterstützung vom Premierminister

Der italienische Premier Giuseppe Conte telefonierte während seines Besuchs bei US-Präsident Donald Trump in Washington mit Osakue. "Ich habe Daisy Osakue meine Solidarität und jene der Regierung ausgedrückt. Sie ist Opfer einer verwerflichen Geste geworden. Ich habe ihr gewünscht, dass sie sobald wie möglich ihre sportliche Tätigkeit wieder aufnehmen kann", sagte Conte nach Medienangaben. 

Der Angriff auf Osakue nährt die Diskussion darüber, ob Italiens populistische Regierung mit ihrem harten Einwanderungskurs Rassismus in Italien nährt. Innenminister Matteo Salvini, Chef der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega, bezeichnete die Warnungen vor steigendem Rassismus in Italien als "Dummheit".

Empörung in Italiens Sport

Der Präsident des italienischen Olympia-Komitees CONI, Giovanni Malago, verurteilte den Angriff auf Osakue und rief zu einer Anti-Rassismus-Kampagne auf.

Torwart-Idol Gianluigi Buffon von Paris St. Germain twitterte "Forza Daisy" ("Vorwärts, Daisy").

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | FIFA Frauen WM 2019 | 04.08.2018 | 09:55 Uhr

Stand: 03.08.18 17:22 Uhr