Der deutsche Achter im Finale bei den European Championchips

06:48 min | 05.08.2018 | Das Erste

Deutschland-Achter im Finale nicht zu schlagen

Der Ruder-Deutschland-Achter hat sich im Finale mit einer knappen Länge Vorsprung EM-Gold in Glasgow gesichert. Nach verhaltenem Anfang zog das DRV-Flaggschiff immer weiter davon.

Rudern

Gold! Deutscher Achter hält dem Druck stand

Anspruch und Wirklichkeit stimmen bei den Ruderern im deutschen Achter überein: Der Goldfavorit verschlief zwar den Start im EM-Finale im schottischen Glasgow, setzte sich am Ende aber deutlich durch.

Das Medaillenrennen auf dem Strathclyde Loch war am Sonntag (5.8.2018) vor allem auf der zweiten Hälfte der Strecke eine Demonstration der Stärke, die dem deutschen Ruder-Aushängeschild am Ende den von allen erwarteten sechsten EM-Titel in Serie bescherte. Vom Start weg sollte das Rennen von vorne weg bestimmt werden, so war es eigentlich von Chef-Bundestrainer Ralf Holtmeyer und Bundestrainer Uwe Bender geplant gewesen. Doch das gelang nicht ganz: Nach 500 m führte Rumänien knapp, Deutschland war nur Vierter. Zur Hälfte des Rennens lag dann der Olympia-Dritte Niederlande vorne - da hatte sich das deutsche Boot aber schon auf die zweite Position geschoben.

Ergebnisse

Rudern, Achter, Männer, Finale

Gold Flagge Deutschland GER Johannes Weißenfeld / Felix Wimberger / Maximilian Planer / Torben Johannesen / Jakob Schneider / Malte Jakschik / Richard Schmidt / Hannes Ocik / Martin Sauer
Silber Flagge Niederlande NED Vincent Van Der Want / Boudewijn Roell / Maarten Hurkmans / Simon Van Dorp / Mechiel Versluis / Ruben Knab / Lex Van Den Herik / Freek Robbers / Engelenburg Engelenburg
Bronze Flagge Rumänien ROU Vlad-Dragos Aicoboae / Adrian Damii / Alexandru Matinca / Constantin Radu / Constantin Adam / Sergiu-Vasile Bejan / Cristi-Ilie Pirghie / Alexandru-Cosmin Macovei / Adrian Munteanu
4. Flagge Italien ITA Cesare Gabbia / Emanuele Liuzzi / Luca Parlato / Paolo Perino / Bruno Rosetti / Mario Paonessa / Davide Mumolo / Leonardo Pietra Caprina / Enrico D'Aniello
5. Flagge Großbritannien GBR Thomas George / Tom Jeffery / William Satch / Tom Ransley / Mohamed Sbihi / Alan Sinclair / Matthew Tarrant / Oliver Wynne-Griffith / Henry Fieldman

Nicht nur Olympiasieger Großbritannien war chancenlos

Der Deutschland-Achter © dpa-Bildfunk Foto: Darko Bandic/AP/dpa

Der deutsche Achter gewann zum sechsten Mal hintereinander EM-Gold.

Auf der zweiten Streckenhälfte spielte das deutsche Boot seine Stärken endgültig aus - und die Konkurrenz hatte nichts mehr entgegenzusetzen. Schlagmann Hannes Ocik aus Schwerin erhöhte unerbittlich das Tempo, sodass im Ziel nach 5:27,48 Min. der Vorsprung auf Silbermedaillengewinner Niederlande (5:29,51) gut zwei Sekunden betrug. Bronze ging an Rumänien (5:29,71). "Wir haben uns auf der ersten Hälfte gut festgebissen und sind dann mit einem sehr starken Spurt vorbeigefahren. Wir waren aber schon am Limit", sagte Ocik im ZDF. Ein großes Kompliment für die Energieleistung gab es von Bundestrainer Bender: "Das war eine schwierige Aufgabe. Wir haben erwartet, dass uns vorne alle unter Druck setzen. Zur Streckenmitte haben wir uns aber lösen können und das souverän nach Hause gefahren."

Im DRV-Boot saßen außer Ocik noch Richard Schmidt, Malte Jakschik, Jakob Schneider,Torben Johannesen, Maximilian Planer, Felix Wimberger und Johannes Weissenfeld sowie Steuermann Martin Sauer. Olympiasieger und EM-Gastgeber Großbritannien, der Deutschland im Finale in Rio 2016 die bis heute letzte Niederlage in einem großen Finale beigebracht hatte, war ersatzgeschwächt chancenlos und fuhr nur als Fünfter (5:31,95) ins Ziel. "Heute hat man gemerkt, dass wir die Gejagten sind", sagte Johannesen. "Vor allem die Holländer haben richtig Druck gemacht."

Die Siegerehrung des deutschen Ruder-Achters

02:36 min | 05.08.2018 | Das Erste

Verdiente Belohnung für den Gold-Achter

Strahlende Gold-Ruderer, die ihre Medaillen empfangen und die Hymne genießen: Die Siegerehrung nach dem Triumph im Strathclyde Country Park von Glasgow.

DRV-Konzentration liegt auf der WM

Der Achter holte in Schottland die einzige deutsche Ruder-Medaille der EM. "Sie können sich auf den Punkt konzentrieren, das ist nicht selbstverständlich", lobte DRV-Cheftrainer Holtmeyer. Neun Boote waren in den insgesamt 18 Klassen an den Start gegangen, vier davon qualifizierten sich für die Medaillen-Finals. Die beste Platzierung - abgesehen vom Achter - erreichte Lars Wichert mit Rang vier im Leichten Einer. Eine schlechtere EM-Bilanz hatte der Deutsche Ruderverband (DRV) zuletzt 2012 im italienischen Varese verzeichnet, als das deutsche Team ohne seine Olympia-Fahrer sogar ohne jeden Podestplatz geblieben war.

"Wir haben in Glasgow denjenigen eine Chance gegeben, die vielleicht nicht so gut waren. Da müssen wir ehrlich sagen: Gegen Weltklasse können wir mit dem zweiten oder dritten Boot nicht ankommen. Vielleicht war das ein Fehler", sagte Holtmeyer nach dem Ende der Ruder-Wettbewerbe im ZDF. Mit der zweiten Garnitur sei man ein bisschen überfordert gewesen. Bei den Weltmeisterschaften im bulgarischen Plowdiw (9. bis 16. September) wird der DRV aber eine viel stärkere Flotte an den Start schicken als bei dem kontinentalen Kräftemessen in Glasgow. Auch dort wird vom favorisierten deutschen Achter nichts anderes als die Goldmedaille erwartet.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | European Championships 2018 | 06.08.2018 | 10:30 Uhr

Stand: 05.08.18 13:56 Uhr