Christina Schwanitz © dpa-Bildfunk Foto: Michael Kappeler/dpa

01:45 min | 08.08.2018 | Das Erste

Christina Schwanitz im letzten Versuch abgefangen

Kugelstoßerin Christina Schwanitz hat bei der EM Silber geholt. Die zweimalige Titelträgerin lag lange in Führung, doch die Polin Paulina Guba konterte im letzten Versuch und gewann Gold.

Leichtathletik

Schwanitz verpasst Gold und wird Zweite

Christina Schwanitz hat bei der Heim-EM in Berlin das historische dritte Kugelstoß-Gold in Serie verpasst. Die 32-Jährige lag am Mittwoch (8.8.2018) im Finale bis zum letzten Versuch in Front, wurde dann aber noch von der siegreichen Polin Paulina Guba verdrängt.

Schwanitz, die ein starkes Comeback nach ihrer Babypause gefeiert hatte, stieß die Kugel im ersten Versuch auf 19,19 m. Lange sah es so aus, als würde sie als einzige Athletin die 19-m-Marke im Finale knacken. Doch es blieb in Anbetracht der durchwachsenen Weite eine Zitterpartie, zumal die Weltmeisterin von 2015 offensichtlich nichts mehr zuzusetzen hatte.

Zwischen Ärger und Stolz

Alles legte sie in ihren letzten Versuch hinein, auf der Tribüne drückte Ehemann Tomas mit den kleinen Zwillingen die Daumen. Doch der Traum platzte, sie konnte nicht noch einmal kontern, nachdem Guba kurz zuvor 19,33 m erzielt hatte. "Wenn man weiß, dass man eigentlich locker einen Dreiviertelmeter weiter stoßen kann, und das dann nicht abrufen kann, ist das unheimlich ärgerlich. Wenn ich aber bedenke, dass ich erst vor Kurzem Zwillingsmama geworden bin, ist das ein geiles Ergebnis. Die Leistung ist halt doof", sagte die Sächsin zu ihrer respektablen Silbermedaille: "Mein Mann muss heute auch sehr stark sein, aber gut, so ist Sport." Bronze ging an die Weißrussin Aljona Dubizkaja (18,81). Sara Gambetta (Halle) kam auf Rang fünf (18,13), Alina Kenzel (Waiblingen) wurde Neunte (17,26).

Christina Schwanitz im Interview

02:35 min | 08.08.2018 | Das Erste

Kugelstoßerin Schwanitz: "Die Leistung ist halt doof"

EM-Silber im Kugelstoßen: Für viele ein Traumergebnis, für Christina Schwanitz eine Enttäuschung. Warum, das erzählt die Zwillingsmama im ARD-Interview.

"Der Unfall hat nichts damit zu tun"

Der Weg nach Berlin war für Schwanitz nicht leicht gewesen. Zwar hatte sie nach ihrer Rückkehr aus der Babypause  - den ersten Wettkampf hatte sie nach der Geburt ihrer Zwillinge im Mai bestritten - in Rekordzeit wieder fast zur Bestform gefunden. Bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg zweieinhalb Wochen vor ihrem Auftritt in Berlin holte sie ihren sechsten Freiluft-Titel und übertraf erstmals wieder die 20-m-Marke (20,06).

Auf dem Weg ins ZDF Sportstudio war Schwanitz dann aber in einen Autounfall verwickelt. Sie erlitt eine Blessur an der Stoßhand, eine Gehirnerschütterung und ein Schleudertrauma. "Der Unfall hat damit nichts zu tun, ich war einfach nicht schnell genug", sagte sie nach dem Wettkampf im Olympiastadion. Der Schreck steckte ihr aber wohl doch noch in den Knochen. "Natürlich hatte ich gehofft, dass es ein goldenes Comeback wird. Und es wäre sehr realistisch gewesen, das ist ja das Bedauerliche", so die 32-Jährige.

Ergebnisse

Leichtathletik, Kugelstoßen, Frauen, Finale

Gold Flagge Polen POL Paulina Guba
Silber Flagge Deutschland GER Christina Schwanitz
Bronze Flagge Weißrussland BLR Aliona Dubizkaja
4. Flagge Polen POL Klaudia Kardasz
5. Flagge Deutschland GER Sara Gambetta
9. Flagge Deutschland GER Alina Kenzel

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | European Championships 2018 | 08.08.2018 | 20:15 Uhr

Stand: 08.08.18 21:19 Uhr