Die Europameisterin über 200 m Schmetterling Boglarka Kapas mit zwei Badekappen © imago/insidefoto

Schwimmen

Warum viele Schwimmer zwei Badekappen tragen

Zwei Badekappen übereinander - das wirkt auf den ersten Blick weder komfortabel noch logisch. Doch die Schwimmer haben gute Gründe.

Schwimmen ist eine Sportart, in der schon mehrfach über die Bekleidung diskutiert wurde. Als Schwimmer in Ganzkörperanzügen Rekorde reihenweise unterboten, war schnell von einer "Materialschlacht" die Rede und davon, dass "Anzug gegen Anzug" schwimmen würde.

Die Anzüge wurden verboten, trotzdem sind die Bekleidung oder eine gründliche Enthaarung für die Schwimmerinnen und Schwimmer weiter ein Thema, um schneller als die Konkurrenz zu sein. Bei den European Championships wie auch zuvor bei den Olympischen Spielen in Rio und London fällt auf, das viele Starter zwei Badekappen tragen. Warum?

Silikon und Latex für weniger Wasserwiderstand

Es geht nicht darum, lange Haare in den Griff zu bekommen. Bei den Olympischen Spielen 2012 lieferte Dave Solo, damaliger amerikanische Assistenztrainer des US-Frauenteams, die Erklärung. Ganz vorne stehe eine Fixierung der Chlorbrille. Die Brille sitze über der ersten Badekappe, eine zweite Kappe stelle sicher, dass die Brille vor allem beim Start nicht verrutscht oder gar verloren geht.

Und dann wird es in Solos Erklärung doch wissenschaftlich: Denn die Badekappen bestehen aus zwei unterschiedlichen Materialien. Die untere Kappe besteht aus Latex, da sie so besser auf dem Kopf halte. Allerdings wirft sie auch schneller Falten - und liefert damit Widerstand. Das tue die zweite Kappe nicht, denn sie bestehe zumeist aus Silikon. Da sich das nicht so sehr verforme, sorge sie für weniger Widerstand, sagte Solo damals. Denn Silikon ist besonders glatt.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | European Championships 2018 | 08.08.2018 | 09:55 Uhr

Stand: 09.08.18 09:07 Uhr