Armand Duplantis © dpa-Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler/dpa

08:29 min | 12.08.2018 | Das Erste

6,05 m! Duplantis siegt im Stabhochsprung-Wahnsinn

Stabhochsprung-Wahnsinn im Berliner Olympiastadion: Schwedens 18-jähriges Wunderkind Armand Duplantis wurde mit 6,05 m neuer Europameister. Es war nicht der einzige 6-m-Sprung des Wettbewerbs.

Stabhochsprung

"Wunderkind" Duplantis überragt im Stabhochsprung

In einem der hochklassigsten Stabhochsprung-Wettbewerbe der Leichtathletik-Geschichte hat sich der 18-jährige Schwede Armand Duplantis am Schlusstag der Europameisterschaften den Titel geholt. Er übersprang 6,05 Meter und siegte vor dem Russen Timur Morgunow, der unter neutraler Flagge gestartet war, und dem französischen Weltrekordler Renaud Lavillenie. Der begeisternde Wettkampf riss am Sonntag (12.08.18) die Zuschauer im Berliner Olympiastadion von den Sitzen: Allein vier Springer sprangen höher als 5,90 Meter, zwei überwanden die magische Sechs-Meter-Marke.

Armand Duplantis © dpa-Bildfunk Fotograf: Michael Kappeler/dpa

Armand Duplantis bejubelt seinen herausragenden Erfolg

Diese Stabhochsprung-Konkurrenz wird Leichtathletik-Fans lange in Erinnerung bleiben: Was allen voran Duplantis, aber auch Morgunow, Lavillenie und der Pole Piotr Lisek in Berlin boten, war allerbeste Unterhaltung auf höchstem sportlichen Niveau, das Highlight der Titelkämpfe. Duplantis, der mit seinem 6,05-Meter-Sprung nicht nur einen U20-Weltrekord aufstellte, sondern auch als jüngster Springer in der Geschichte die Sechs-Meter-Marke überwand, war von seiner Leistung überwältigt: "Ich kann mich an den Sprung nicht erinnern. Ich würde es gerne, aber ich glaube, mein Gehirn hatte einen Blackout. Ich hoffe einfach, dass ich morgen aufwache und es noch wahr ist."

Mitstreiter sind erste Gratulanten

In dem packenden Wettkampf meisterten Duplantis, Lisek und Morgunow die 5,90 Meter im ersten Versuch. Lavillenie pokerte, ließ die Höhe aus und schaffte gleich 5,95 Meter. Doch das sollte an diesem Abend nur für Bronze reichen. Morgunow scheiterte im ersten Anlauf über 5,95 Meter, sparte zwei weitere Versuche auf und setzte mit 6 Metern ein Ausrufezeichen - am Ende Silber. Doch diese herausragenden Leistungen verblassten gegen den Youngster Duplantis: Der Schwede übersprang von 5,85 bis 6,05 Meter alle Höhen im ersten Versuch und wurde von seinen Konkurrenten ein ums andere Mal herzlich beglückwünscht. Bei seinem Satz über 6,05 Meter nahm ihn sein Vorbild Lavillenie in den Arm und flüsterte ihm ins Ohr: "Genieße den Moment, nicht viele Momente werden so schön sein." Der Sprung ließ erahnen, dass Duplantis, dessen Spitzname "Mondo" ist, Potenzial für noch größere Höhen hat.

Wachablösung vollzogen

Armand Duplantis (l.) und Renaud Lavillenie © imago/Bildbyran Fotograf: Vegard Wivestad Grott

Selfie mit Idol: Armand Duplantis (l.) und Renaud Lavillenie

Duplantis, der in den USA lebt und dort "Tiger Woods des Stabhochsprungs" genannt wird, hat sich längst in der Weltspitze etabliert. In seinem Kinderzimmer hingen einst Poster von Lavillenie. An diesem Abend hat er sich von seinem Idol emanzipiert und die Wachablösung vollzogen.
Am Finalabend nicht dabei war der frühere Weltmeister Raphael Holzdeppe, der in der Qualifikation mit einem Salto nullo gescheitert war.

Ergebnisse

Leichtathletik, Stabhochsprung, Männer, Finale

Gold Flagge Schweden SWE Armand Duplantis
Silber Flagge Neutrales Team ANA Timur Morgunow
Bronze Flagge Frankreich FRA Renaud Lavillenie
4. Flagge Polen POL Piotr Lisek
5. Flagge Polen POL Pawel Wojciechowski

 

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | European Championships 2018 | 12.08.2018 | 20:15 Uhr

Stand: 12.08.18 21:40 Uhr

Medaillenspiegel

Aktueller Medaillenspiegel
Platz Land G S B
1. Flagge Russland RUS 31 19 16
2. Flagge Großbritannien GBR 26 26 22
3. Flagge Italien ITA 15 17 28
4. Flagge Niederlande NED 15 15 13
5. Flagge Deutschland GER 13 17 23
6. Flagge Frankreich FRA 13 14 15
7. Flagge Polen POL 9 6 6
Stand nach 187 von 187 Entscheidungen.

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