Alexander Kosenkow

Alexander Kosenkow

Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 14.03.1977
in Tokmak/Kirgisistan
Größe: 178 cm
Gewicht: 74 kg
Verein: TV Wattenscheid 01
Trainer: Ronald Stein
Beruf: Sportsoldat, Industriekaufmann

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
10,14 Sek. 100 m (2003)
20,43 Sek. 200 m (2009)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
5. Platz 2008 (4x100 m)

Weltmeisterschaften:
4. Platz 2015 (4x100 m)

Europameisterschaften :
Silber 2014 (4x100 m)
Silber 2012 (4x100 m)
Bronze 2010 (4x100 m)
Bronze 2002 (4x100 m)

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2010 (100 m)
Gold 2007 (100 m)
Gold 2003 (100 m)
Gold 2001 (200 m)


Alexander Kosenkow, dessen Mutter Deutsche ist, kam als Spätaussiedler 1991 nach Deutschland. In Kirgisistan hatte er Fußball gespielt, doch als er in Neuenkirchen-Vörden eine neue Heimat fand, gab es für ihn keinen geeigneten Fußball-Verein. Von einem Sportlehrer wurde er angesprochen, es einmal mit der Leichtathletik zu versuchen. 1994 holte sich der damals 17-Jährige den Titel des deutschen B-Jugendmeisters im Weitsprung, ehe er mit seinem Wechsel nach Wattenscheid zum Sprint überlief und sich dort etablierte.

Nachträglich EM-Bronze

Jubel bei Alexander Kosenkow © Gladys Chai von der Laage

Alexander Kosenkow 2007.

2003 sorgte Kosenkow beim Bayer-Meeting in Leverkusen für Aufsehen: Das mit einer Körpergröße von 1,78 m eher kleine Leichtgewicht gewann die 100 m in 10,14 Sekunden und überraschte die gesamte Fachwelt. Damit stellte er nicht nur seine bis heute gültige Bestleistung auf, sondern sprintete auch so schnell wie zuvor seit sieben Jahren kein Deutscher mehr. 2006 erhielt er eine internationale Medaille, als die deutsche Sprintstaffel fast vier Jahre nach der EM in München noch zur Bronzemedaille kam. Das ursprünglich viertplatzierte Quartett mit Ronny Ostwald, Marc Blume, Kosenkow und Christian Schacht profitierte von der Disqualifikation des britischen Einzel- und Staffel-Europameisters Dwain Chambers nach dessen Dopinggeständnis.

Jubel über Rang fünf bei Olympia in Peking

2008 sicherte sich der Kurvenläufer bei den Olympischen Spielen in Peking mit der deutschen 4x100-m-Staffel Rang fünf. Eine Platzierung, über die sich der Familienvater riesig freute: "Wir haben alle unsere Zielsetzungen erreichen können, und ich kann von dem größten Erfolg in meiner bisherigen Karriere sprechen." Bei der Heim-WM 2009 in Berlin patzte allerdings ausgerechnet der Routinier, als er beim zweiten Wechsel zu früh lossprintete und Marius Broening ihm den Stab nicht mehr in die Hand drücken konnte. "Unser aller Traum ist geplatzt", reagierte er geschockt. Bei den Europameisterschaften in Barcelona im Jahr darauf erreichte der gelernte Industriekaufmann, der bei der Bundeswehr den Trainerschein erworben hat, als Solist immerhin das Halbfinale und sicherte sich mit dem DLV-Quartett zudem zum zweiten Mal EM-Bronze.

Verletzt: Schwierige Phase 2011

2011 bremsten den Sprint-Oldie Achillessehnenprobleme und ein Muskelfaserriss aus. Kosenkow, ansonsten von Verletzungen meist verschont geblieben, durchlebte die schwierigste Phase seines Sportlerlebens: "Ich habe alles versucht, was ich versuchen konnte, um wieder gesund zu werden. Im Endeffekt half aber nur eine achtwöchige Pause", berichtete er "leichtathletik.de". Im Jahr darauf war der Wattenscheider mit 35 einmal mehr als Staffelmitglied bei der EM dabei - und gewann mit Julian Reus, Tobias Unger und Lucas Jakubczyk die Silbermedaille.

Wieder Silber - und kein Ende in Sicht

Alexander Kosenkow, Sven Kipphals, Lucas Jakubczyk, Julian Reus (v.l.) präsentieren ihre Sprintstaffel-Silbermedaille der EM.

Alexander Kosenkow, Sven Kipphals, Lucas Jakubczyk und Julian Reus (v.l.) präsentieren ihre Silbermedaille von Zürich.

2013 verhinderten ein eingeklemmter Nerv in der Schulter und ein Muskelfaserriss in der Kniekehle seinen WM-Start in Moskau. Ans Aufhören dachte Kosenkow aber nicht: "Ich mache auf jeden Fall weiter, solange ich fit bin und mir das Sprinten noch Spaß macht." Er quäle sich immer noch gern im Training. Zudem habe ihm ein Arzt gesagt, er sei robust und könne das bis 42 machen. Bei der EM in Zürich 2014 sicherte sich Deutschlands "ewiger Kurvenläufer" wie schon zwei Jahre zuvor erneut Staffel-Silber. Mit 38,09 Sekunden verpasste das DLV-Quartett den deutschen Rekord nur um sieben Hundertstel. Mit 38 Jahren war Kosenkow im vergangenen Jahr der älteste Athlet im DLV-Aufgebot für Peking, wo er mit der Staffel einen starke vierten Platz einheimste. Und auch in Rio ist der Routinier wieder mit von der Partie.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | European Championships 2018 | 04.08.2018 | 09:55 Uhr

Stand: 12.07.16 16:09 Uhr