Der deutsche Speerwerfer Andreas Hofmann

Andreas Hofmann: Raus aus dem Schatten

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: Speerwurf
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 16.12.1991
in Heidelberg
Größe: 195 cm
Gewicht: 108 kg
Verein: MTG Mannheim
Trainer: Lutz Klemm
Beruf: Student (Sportwissenschaften)

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
92,06 m (2018)
Größte Erfolge
Weltmeisterschaften:
8. Platz 2017
6. Platz 2015

Europameisterschaften:
Silber 2018
9. Platz 2014

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2018
Bronze 2016
Bronze 2014

U20-EM:
Gold 2009


Trotz starker Leistungen stand Andreas Hofmann bislang im Schatten von Weltmeister Johannes Vetter und Olympiasieger Thomas Röhler. Das könnte sich nun ändern. Deutscher Meister ist er schon.

Ein Haarriss im Mittelfuß, zwei Operationen an der Leiste, die Entfernung eines Schleimbeutels in der Schulter, ein neues Innenband im Ellenbogen und zahlreiche Muskelfaserrisse im Wurfarm. Die Karriere von Andreas Hofmann ist von Verletzungen geprägt. Der Sportwissenschafts-Student blieb aber immer optimistisch und reagierte auf die vielen Verletzungen mit einer Umstellung seines Trainings. Mehr alternative Übungselemente sollten weiteren Verletzungen vorbeugen.

Und die Präventivmaßnahmen wirken offenbar. In den vergangenen beiden Jahren blieb der Speerwerfer nahezu verletzungsfrei und präsentiert sich seither in der Form seines Lebens. Seinen ersten 90-m-Wurf verbuchte er im vergangenen Herbst bei der Universiade in Taipeh, 2018 folgten drei weitere Wettkämpfe, in denen er die magische Marke übertraf. Dennoch stand er zumeist im Schatten von Weltmeister Johannes Vetter und Olympiasieger Thomas Röhler.

Erstmals deutscher Meister

Andreas Hofmann © picture alliance/Pressefoto Baumann Foto: Julia Rahn

Deutscher Meister von Nürnberg: Andreas Hofmann.

Damit könnte es in dieser Saison nachhaltig vorbei sein. In der Weltjahresbestenliste liegt Hofmann mit 92,06 m hinter Vetter (92,70), aber vor Röhler (91,78). Bei der DM in Nürnberg setzte er sich mit Meisterschaftsrekord von 89,55 m vor Röhler und Vetter, der zuvor wochenlang verletzungsbedingt pausiert hatte, durch und holte damit seinen ersten nationalen Titel. Alle drei gehören nun bei der Heim-EM zu den Titelkandidaten. 

Durchbruch 2014

Erstmals hatte Hofmann 2009 auf sich aufmerksam gemacht, als er bei den Junioren-Europameisterschaften als jüngster Teilnehmer den Titel holte. Es folgte eine lange Leidenszeit mit vielen Verletzungen, die das hoffnungsvolle Talent immer wieder zurückwarfen. Erst 2014 gelang ihm der endgültige Durchbruch bei den Erwachsenen. Er steigerte seine Bestweite um mehr als fünf Meter auf 86,13 m und hatte mit dem Disziplinen-Sieg bei der Team-EM in Braunschweig großen Anteil am Gold-Triumph des DLV. Bei den Europameisterschaften in Zürich im selben Jahr sammelte er als Neunter erste Erfahrungen bei einem Großereignis. Ein Jahr später wurde er bei der WM 2015 in einem hochklassigen Finale Sechster mit starken 86,01 m.

Rückschlag im Olympiajahr

Im Olympiajahr musste der 1,95-m-Riese aber wieder einen Rückschlag hinnehmen. Mehrere Muskelfaserrisse im Beuger des Wurfarms behinderten ihn in der Vorbereitung. Dementsprechend schlecht verlief auch der Start in die Saison. Erst nach den deutschen Meisterschaften meisterte er die Olympia-Norm. Für Rio war das zu spät. Ganz anders verlief der Start ins WM-Jahr 2017. Gleich im ersten Wettkampf der Saison wuchtete er den Speer in Offenburg auf 88,79 m. Trotz eines Ausrutschers bei den deutschen Meisterschaften, wo er mit 74,07 m nur Fünfter wurde, nominierte ihn der DLV für die WM. In London wurde er Achter.

"Ich surfe auf dieser Welle"

Bei der Heim-EM in Berlin peilt Hofmann nun die erste internationale Medaille an. "Mittlerweile kann ich mich besser auf den Moment fokussieren und auch technische Dinge besser reflektieren", sagte er "leichtathletik.de". Das zeigt sich auch an der Konstanz, mit der er Weltklasse-Leistungen abliefert. In jedem Wettkampf warf Hofmann in dieser Saison über 86 m. "Ich surfe auf dieser Welle", so der 26-Jährige.

Drei deutsche Speerwerfer

01:57 min | 03.08.2018 | Das Erste

Deutschlands heiße Speerwurf-Eisen in Berlin

Olympiasieger, Weltmeister, deutscher Champion - und alle 90-Meter-Werfer: Thomas Röhler, Johannes Vetter und Andreas Hofmann sind bei der EM die Topfavoriten im Speerwurf.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | European Championships 2018 | 04.08.2018 | 09:55 Uhr

Stand: 10.08.18 09:31 Uhr