Arthur Abele

Arthur Abele - Aufgeben gilt nicht

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: Zehnkampf
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 30.07.1986
in Mutlangen
Größe: 184
Gewicht: 80
Verein: SSV Ulm 1846
Trainer: Christopher Hallmann
Beruf: Sportsoldat

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
8.605 Pkt. (2016)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
15. Platz 2016

Weltmeisterschaften:
9. Platz 2007

Europameisterschaften:
Gold 2018
5. Platz 2014

Hallen-EM:
Silber 2015

U20-EM:
Silber 2005

Ratingen:
1. Platz 2018
1. Platz 2016
1. Platz 2007


Arthur Abeles Karriere ist geprägt von Verletzungen und eindrucksvollen Comebacks. Auch in diesem Jahr stieg der Ulmer wie Phönix aus der Asche - und feierte in Ratingen seinen dritten Sieg. Tokio 2020 hat er trotz aller Blessuren fest im Blick.

Arthur Abele lässt sich nicht unterkriegen. Schon oft warfen den 32-Jährigen Verletzungen meilenweit zurück. Sie sind sogar der Grund dafür, dass der Ulmer beim Mehrkampf gelandet ist. Denn erst mit 13 Jahren wechselte er aufgrund einer Verletzung zur Leichtathletik, nachdem er zuvor im Handball und Geräteturnen aktiv gewesen war. Seine Anfälligkeit blieb allerdings auch in seinem neuen Sport ein Thema. Probleme mit Hüfte, Knie oder Fuß, Nabel- und Leistenbruch, Bänderriss, Ermüdungsbruch, Schambeinentzündung - zwischen 2009 und 2012 konnte Abele keinen Zehnkampf beenden.

Doch er kämpfte sich zurück - immer wieder. Bei seinem EM-Debüt 2014 in Zürich belegte er einen starken fünften Platz, schrammte nur knapp an einer Medaille vorbei. Im Jahr darauf sicherte er sich bei der Hallen-EM in Prag Silber im Siebenkampf, doch im April schlug das Verletzungspech erneut zu: Dem Achillessehnenriss folgten die Operation und das Versprechen des Familienvaters, "Ich komme stärker zurück, als ich gegangen bin."

"Sportliches Wunder" nach Achillessehnenriss

Arthur Abele weint vor Glück. © picture alliance Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohring

Tränen des Glücks: Arthur Abele nach seinem Sieg 2016 in Ratingen.

Abele hielt Wort. In Ratingen steigerte er sich 14 Monate nach seiner schweren Verletzung auf 8.605 Punkten und gewann neun Jahre nach seinem ersten Triumph zum zweiten Mal den Mehrkampf-Klassiker. Zwischen den beiden Erfolgen vollendete er lediglich acht Zehnkämpfe. "Ich habe geheult wie ein Schlosshund, vor allen Leuten. Das war irre! Wie ein Befreiungsschlag", sagte er selbst dazu, während DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska von einem "sportlichen Wunder" sprach. Bei den Sommerspielen in Rio lief es dann allerdings nicht nach Wunsch: Platz 15 mit 8.013 Punkten.

Schock im vergangenen Dezember

Der olympische Zehnkampf sollte für lange Zeit Abeles letzter sein. Erneut musste er viele gesundheitliche Rückschläge hinnehmen. Eine einseitige Gesichtslähmung, ausgelöst durch einen Infekt, war im vergangenen Dezember ein Schock. "Ich bin morgens aufgewacht und habe gedacht, ich hätte einen Schlaganfall gehabt", berichtete Abele "leichtathletik.de". Das war zum Glück nicht der Fall, aber "es bestand die Gefahr, dass die Lähmung nie wieder weggehen würde".

Hochdosiertes Kortison half, blieb aber auch nicht ohne Folgen. "Ich habe da weit über 90 Kilo gewogen. Durch das höhere Gewicht ist die Belastung auf den Bewegungsapparat gestiegen, in der Folge hatte ich wieder Achillessehnenprobleme", so Abele. Erst Ende Februar konnte er das Training wieder steigern.

Dritter Sieg in Ratingen

Arthur Abele beim Stabhochsprung © picture alliance / Sven Simon Foto: Anke Waelischmiller/Sven Simon

Will noch nach Tokio: Arthur Abele.

Mitte Juni startete der 32-Jährige in Ratingen, wo er nicht nur seinen ersten Zehnkampf seit Rio beendete, sondern auch seinen dritten Sieg nach 2007 und 2016 feierte. Mit 8.481 Punkten legte er den zweitbesten Zehnkampf seiner Karriere hin. Schöner, so sagte er im Anschluss, sei nur der Sieg zwei Jahre zuvor nach dem Achillessehnenriss gewesen.

Der Schlusspunkt seiner bewegten Karriere ist die Heim-EM - wenn es nach Abele geht - noch längst nicht. Spielt der Körper mit, plant er noch mit den Olympischen Spielen in Tokio. "Ich glaube, dass ich auch in zwei Jahren noch das Niveau habe, um mitzumischen", sagte der "leichtathletik.de": "Aber nach 2020 ist dann wohl endgültig Schluss."

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | European Championships 2018 | 04.08.2018 | 09:55 Uhr

Stand: 09.08.18 09:32 Uhr