Gesa Felicitas Krause

Gesa Felicitas Krause - Klarer Kopf, große Erfolge

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: 3000 m Hindernis
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 03.08.1992
in Ehringshausen
Größe: 167 cm
Gewicht: 50 kg
Verein: Silvesterlauf Trier
Trainer: Wolfgang Heinig
Beruf: Sportsoldatin

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
9:11,85 Min. (2017/DR)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
6. Platz 2016
8. Platz 2012

Weltmeisterschaften:
9. Platz 2017
Bronze 2015

Europameisterschaften:
Gold 2018
Gold 2016
Bronze 2012

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2018
Gold 2017
Gold 2017 (5.000 m)
Gold 2016
Gold 2015
Silber 2014

U23-EM:
Gold 2013

U20-EM:
Gold 2011


Gesa Felicitas Krause holte 2015 in Peking mit ihrem Sensations-Bronze das erste deutsche WM-Edelmetall über 3.000 m Hindernis überhaupt. Ein Jahr später sicherte sich die deutsche Rekordhalterin bei der EM in Amsterdam Gold - ein Titel, den sie nun in Berlin eindrucksvoll verteidigte.

Den Zuschauern stockte bei der WM in London im vergangenen Jahr der Atem: Gesa Felicitas Krause, die sich zwei Jahre zuvor in Peking überraschend WM-Bronze gesichert hatte, stürzte unverschuldet. Sie bekam ein Knie an den Kopf, jemand trat ihr auf den Knöchel. Für einen kleinen Moment wirkte sie desorientiert, es war klar, alle Medaillenchancen waren dahin. Doch dann rappelte sie sich auf, kämpfte sich vorbildlich als Neunte ins Ziel und verlor im Anschluss kein Wort des Vorwurfs in Richtung ihrer unglückseligen Konkurrentin, die das Malheur ausgelöst hatte. "Das gehört auch zum Sport dazu", resümierte sie direkt nach dem Rennen tief enttäuscht, aber gefasst.

Dem WM-Pech folgt der deutsche Rekord

Mit ihrem Kampfgeist und ihrer fairen Haltung eroberte sie die Herzen im Sturm. Sie selbst hatte freilich an dem Missgeschick zu knabbern. "Am Anfang war ich einfach nur frustriert und traurig. Unmittelbar am nächsten Tag war ich laufen und habe nach zwei oder drei Kilometern aufgehört, weil ich keinen Bock hatte. Es hat mich einfach nur genervt", schilderte sie. Das viele positive Feedback via Internet überraschte die 26-Jährige - und half. Die Frustbewältgung bei Krause, die guten Gewissens als vernünftig beschrieben werden kann, klappte zeitnah: Ende August ließ sie beim ISTAF mit einer Verbesserung ihres deutschen Rekords (9:11,85 Minuten) ihr WM-Pech vergessen.

Deutschlands Gesa Felicitas Krause im Finale über 3000 m Hindernis © dpa - Bildfunk Foto: Rainer Jensen

02:43 min | 11.08.2017 | Das Erste

Tapfere Krause untröstlich: "Tut einfach weh"

Gesa Felicitas Krause erlebte 2017 ein bitteres WM-Finale über 3.000 m Hindernis. Nach einem Sturz kämpfte sie sich tapfer als Neunte ins Ziel. Im Interview schilderte sie das Rennen aus ihrer Sicht.

U20-Europarekord bei der WM-Premiere

Krauses Talent hatte sich früh abgezeichnet. Zunächst auch über 1.500 und 800 m erfolgreich, entschied sie sich schließlich für den Hindernislauf, in dem sie sich national und international größere Chancen ausrechnete. 2011 wurde sie U20-Europameisterin und zeigte beim Diamond-League-Meeting in London eine überragende Leistung. In 9:35,97 Minuten steigerte sie nicht nur ihre persönliche Bestzeit um fast zwölf Sekunden, sondern verbesserte auch den deutschen Jugend- und Juniorenrekord und unterbot die WM-Norm um sieben Sekunden. Bei den Welt-Titelkämpfen in Südkorea war die zierliche Athletin, die kurz zuvor ihr Abitur bestanden hatte, das "Küken" im DLV-Team - und überzeugte auf der ganzen Linie. Nach Bestzeit im Vorlauf steigerte sich Krause als Neunte im Finale erneut auf 9:32,74 Minuten - U20-Europarekord. "Ich habe gezeigt, dass ich mit der Weltelite laufen kann", bilanzierte sie zufrieden. Nur folgerichtig wurde sie im Anschluss an ihr Traumjahr zur deutschen "Jugend-Leichtathletin des Jahres 2011" gewählt.

"Musste lernen, Prioritäten zu setzen"

2012 überzeugte die fokussierte Frankfurterin erneut mit mutigen und unbekümmerten Auftritten. Bei der EM in Helsinki belegte sie zunächst einen hervorragenden vierten Platz und rückte nach der Dopingsperre für die Ukrainerin Swetlana Schmidt sogar noch auf den Bronzerang vor. Bei den Olympischen Spielen in London wurde sie Achte, 9:23,52 Minuten im Endlauf bedeuteten U23-Europarekord. Im Anschluss hatte die deutsche Lauf-Hoffnung allerdings mit Verletzungssorgen zu kämpfen, und auch der Spagat zwischen Studium (Marketing und Event-Management an einer Privatschule in Bad Homburg) und Leistungssport gelang nicht wie gewünscht. "Ich musste erst einmal die Olympiasaison 2012 psychisch und physisch verarbeiten. Ich musste vor allem lernen, Prioritäten zu setzen", sagte sie "leichtathletik.de".

Priorität räumte sie dem Leistungssport ein. 2013 lief sie bei der U23-EM die Konkurrenz in Grund und Boden und mit elf Sekunden Vorsprung zu Gold. Bei der WM in Moskau erreichte sie wie erhofft das Finale. Bei der EM 2014 in Zürich sprang Platz fünf heraus.

In Bestform zu Sensations-Bronze in Peking

Gesa-Felicitas Krause (r.) muss sich über 3.000 m Hindernis nur Hyvin Kiyeng Jepkemoi (l.) und Habiba Ghribi geschlagen geben. © dpa Foto: David J. Phillip

Der größte Karriereerfolg: Gesa-Felicitas Krause (r.) holt in Peking nach einem beherzten Rennen Bronze.

2015 präsentierte sich Krause in Bestform, sicherte sich in Abwesenheit der verletzten Antje Möldner-Schmidt bei der DM in Nürnberg souverän ihren ersten nationalen Titel und markierte in 9:32,20 Minuten einen Meisterschaftsrekord. "Ich war noch nie deutsche Meisterin, umso besonderer ist dieser Moment für mich", jubelte sie. Doch der ganz große Paukenschlag folgte noch: In Peking holte Krause mit ihrem Sensations-Bronze in persönlicher Bestzeit von 9:19,25 Minuten nicht nur das erste deutsche WM-Edelmetall über 3.000 m Hindernis überhaupt, sondern auch die erste Laufmedaille im Einzel für den DLV seit 14 Jahren.

EM-Gold in Amsterdam

Im Olympia-Jahr 2016 schrieb die Frankfurterin ihre Erfolgsstory fort. Beim Diamond-League-Meeting in Stockholm steigerte sie sich auf 4:06,99 Minuten und knackte praktisch im Vorbeilaufen hauchdünn eine weitere Olympia-Norm (4:07,00) - über 1.500 m. Zwei Tage später gewann die deutsche Hoffnungsträgerin bei der DM in Kassel ein einsames Rennen mit dem Meisterschaftsrekord von 9:31,00 Minuten. Bei der EM in Amsterdam schließlich lief sie souverän zu Gold. Bei den Olympischen Spielen in Rio, wo sie Sechste wurde, steigerte sich Krause erneut: 9:18:41 Minuten - deutscher Rekord!

Mehrfach hat sie die Marke mittlerweile verbessert, zuletzt beim ISTAF. "Sie ist ein Vorbild in Sachen Zielstrebigkeit und Willen", sagt Bundestrainer Enrico Aßmus. Hartnäckigkeit, Disziplin, Ausdauer und Klarheit zeichnen die 26-Jährige aus, die zum dritten Mal in Folge zu Deutschlands "Leichtathletin des Jahres" gewählt wurde. Perspektivisch träumt sie von einer Zeit um 9:05 Minuten, zunächst aber verteidigte sie bei der Heim-EM ihren Titel erfolgreich: "Ich habe mir großen Druck gemacht, wollte unbedingt gewinnen. Einen Plan B hatte ich nicht", sagte Krause nach ihrem Sieg erleichtert im Ersten.

Gesa Krause und Gina Lückenkemper

30:00 min | 04.08.2018 | Das Erste | Autor/in: Willem Konrad, Ben Wozny

Start. Ziel. Sieg?

Deutschlands beste Läuferinnen und der Traum vom EM-Triumph: Der Film über Gesa Krause und Gina Lückenkemper gibt Einblick in den Spitzensport und zeigt private Momente der beiden Top-Athletinnen.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | European Championships 2018 | 04.08.2018 | 09:55 Uhr

Stand: 12.08.18 22:22 Uhr