Gesa Felicitas Krause

Gesa Felicitas Krause - Klarer Kopf, große Erfolge

Sportart: Leichtathletik
Disziplin: 3000 m Hindernis
Land: Deutschland Flagge Deutschland

Steckbrief

geb. am: 03.08.1992
in Ehringshausen
Größe: 167 cm
Gewicht: 50 kg
Verein: Silvesterlauf Trier
Trainer: Wolfgang Heinig
Beruf: Sportsoldatin

Sportliche Eckdaten

Persönliche Bestleistung:
9:03,30 Min. (2019/DR)
Größte Erfolge
Olympische Spiele:
6. Platz 2016
8. Platz 2012

Weltmeisterschaften:
Bronze 2019
9. Platz 2017
Bronze 2015

Europameisterschaften:
Gold 2018
Gold 2016
5. Platz 2014
Bronze 2012

Deutsche Meisterschaften:
Gold 2019
Gold 2018
Gold 2017
Gold 2017 (5.000 m)
Gold 2016
Gold 2015
Silber 2014

U23-EM:
Gold 2013

U20-EM:
Gold 2011


Eine WM-Medaille besitzt Gesa Felicitas Krause schon: 2015 in Peking holte sie mit ihrem Sensations-Bronze das erste deutsche WM-Edelmetall über 3.000 m Hindernis überhaupt. Auch in Doha will die formstarke zweimalige Europameisterin vorne mitmischen.

Für Gesa Felicitas Krause kann die WM kommen. Ende August verbesserte die 27-Jährige ihren eigenen deutschen Rekord über 3.000 m Hindernis beim Diamond-League-Finale in Zürich um fast fünf Sekunden und wurde in 9:07,51 Minuten starke Fünfte. Die bisherige Bestmarke der deutschen Serienmeisterin stand seit zwei Jahren bei 9:11,85 Minuten. "Ich bin froh, endlich diese 9:10-Minuten-Barriere geknackt zu haben. Ich bin sehr offensiv angegangen, am Schluss habe ich mir dann gesagt, Kopf aus und nicht mehr nachdenken", sagte Krause, die nur drei Tage später für das nächste Highlight sorgte. Beim ISTAF in Berlin gewann die Ausnahmeathletin über die unüblichen 2.000 m Hindernis in der Weltrekord-Zeit von 5:52,80 Minuten. "Ich bin richtig beflügelt und konnte gar nicht aufhören zu laufen. Das ist einfach nur unglaublich. Ich bin sprachlos", jubelte die zweimalige Europameisterin, die nach Bronze bei der WM 2015 nun auch in Doha "bei der Medaillenvergabe ein Wörtchen mitreden" will: "2015 habe ich schon einmal gezeigt, dass nichts unmöglich ist. Ich habe große Erwartungen an mich selbst."

"Ich habe den Traum, über mich hinauszuwachsen und Unmögliches möglich zu machen. Das macht den Sport aus, das ist das, wofür ich brenne und kämpfe." Gesa Felicitas Krause

Pech, Kampfgeist und Fairness bei der WM in London

Pech hatte die Athletin von Silvesterlauf Trier vor zwei Jahren bei der WM in London, als sie unverschuldet stürzte. Sie bekam ein Knie an den Kopf, jemand trat ihr auf den Knöchel - es war klar, alle Medaillenchancen waren dahin. Doch dann rappelte sie sich auf, kämpfte sich vorbildlich als Neunte ins Ziel und verlor im Anschluss kein Wort des Vorwurfs in Richtung ihrer unglückseligen Konkurrentin, die das Malheur ausgelöst hatte. "Das gehört auch zum Sport dazu", resümierte sie direkt nach dem Rennen tief enttäuscht, aber gefasst.

Mit ihrem Kampfgeist und ihrer fairen Haltung eroberte sie die Herzen im Sturm. Sie selbst hatte freilich an dem Missgeschick zu knabbern. "Am Anfang war ich einfach nur frustriert und traurig", schilderte sie. Doch die Frustbewältgung bei Krause, die guten Gewissens als vernünftig beschrieben werden kann, klappte zeitnah: Kurz darauf ließ sie beim ISTAF mit einer Verbesserung ihres mittlerweile überholten deutschen Rekords (9:11,85 Minuten) ihr WM-Pech vergessen.

Deutschlands Gesa Felicitas Krause nach dem Finale über 3000 m Hindernis © dpa - Bildfunk Foto: Bernd Thissen

02:43 min | 11.08.2017 | Das Erste

Tapfere Krause untröstlich: "Tut einfach weh"

Gesa Felicitas Krause erlebte 2017 ein bitteres WM-Finale über 3.000 m Hindernis. Nach einem Sturz kämpfte sie sich tapfer als Neunte ins Ziel. Im Interview schilderte sie das Rennen aus ihrer Sicht.

U20-Europarekord bei der WM-Premiere

Zielstrebigkeit und Wille zeichnen Krause aus, deren Talent sich früh abgezeichnet hatte. Seit Sommer 2008 trainiert sie unter Coach Wolfgang Heinig, der ihr Potenzial erkannte und sie an die Elite-Sportschule in Frankfurt holte. Zunächst auch über 1.500 und 800 m erfolgreich, entschied sich Krause schließlich für den Hindernislauf, in dem sie sich national und international größere Chancen ausrechnete. 2011 wurde sie U20-Europameisterin und zeigte beim Diamond-League-Meeting in London eine überragende Leistung. In 9:35,97 Minuten steigerte sie nicht nur ihre persönliche Bestzeit um fast zwölf Sekunden, sondern verbesserte auch den deutschen Jugend- und Juniorenrekord und unterbot die WM-Norm um sieben Sekunden.

Bei den Welt-Titelkämpfen in Südkorea war die zierliche Athletin, die kurz zuvor ihr Abitur bestanden hatte, das "Küken" im DLV-Team - und überzeugte auf der ganzen Linie. Nach Bestzeit im Vorlauf steigerte sich Krause als Neunte im Finale erneut auf 9:32,74 Minuten - U20-Europarekord. Nur folgerichtig wurde sie im Anschluss an ihr Traumjahr zur deutschen "Jugend-Leichtathletin des Jahres 2011" gewählt.

"Musste lernen, Prioritäten zu setzen"

2012 überzeugte die fokussierte Frankfurterin erneut mit mutigen und unbekümmerten Auftritten. Bei der EM in Helsinki belegte sie zunächst einen hervorragenden vierten Platz und rückte nach der Dopingsperre für die Ukrainerin Swetlana Schmidt sogar noch auf den Bronzerang vor. Bei den Olympischen Spielen in London wurde sie Achte, 9:23,52 Minuten im Endlauf bedeuteten U23-Europarekord. Im Anschluss hatte die deutsche Lauf-Hoffnung allerdings mit Verletzungssorgen zu kämpfen, und auch der Spagat zwischen Studium (Marketing und Event-Management an einer Privatschule in Bad Homburg) und Leistungssport gelang nicht wie gewünscht. "Ich musste lernen, Prioritäten zu setzen", sagte sie. Priorität räumte sie dem Leistungssport ein. 2013 lief sie bei der U23-EM die Konkurrenz in Grund und Boden und mit elf Sekunden Vorsprung zu Gold.

In Bestform zu Sensations-Bronze in Peking

Gesa-Felicitas Krause (r.) muss sich über 3.000 m Hindernis nur Hyvin Kiyeng Jepkemoi (l.) und Habiba Ghribi geschlagen geben. © dpa Foto: David J. Phillip

Der größte Karriereerfolg: Gesa-Felicitas Krause (r.) holt in Peking nach einem beherzten Rennen Bronze.

2015 präsentierte sich Krause in Bestform, sicherte sich bei der DM in Nürnberg souverän ihren ersten nationalen Titel und markierte in 9:32,20 Minuten einen Meisterschaftsrekord. Doch der ganz große Paukenschlag folgte noch: In Peking holte Krause mit ihrem Sensations-Bronze in persönlicher Bestzeit von 9:19,25 Minuten nicht nur das erste deutsche WM-Edelmetall über 3.000 m Hindernis überhaupt, sondern auch die erste Laufmedaille im Einzel für den DLV seit 14 Jahren.

Zweimal in Folge Europameisterin

Im Olympia-Jahr 2016 schrieb die Frankfurterin ihre Erfolgsstory fort. Bei der DM in Kassel gewann sie ein einsames Rennen mit dem Meisterschaftsrekord von 9:31,00 Minuten. Bei der EM in Amsterdam lief sie souverän zu Gold. Bei den Olympischen Spielen in Rio, wo sie Sechste wurde, steigerte sich Krause erneut: 9:18:41 Minuten - deutscher Rekord! Mehrfach hat sie die Marke mittlerweile verbessert, zuletzt vor wenigen Wochen bei der Diamond League in Zürich. Im vergangenen Jahr verteidigte sie ihren Titel bei der Heim-EM in Berlin erfolgreich. "Ich habe mir großen Druck gemacht, wollte unbedingt gewinnen. Einen Plan B hatte ich nicht", sagte sie erleichtert im Ersten.

Ihr Traum: unter neun Minuten bleiben

Hartnäckigkeit, Disziplin, Ausdauer und Klarheit: Dank ihrer hervorstechendsten Eigenschaften könnte die 27-Jährige schon bald als erste deutsche Hindernisläuferin unter neun Minuten bleiben. "Es ist mein Traum, das irgendwann zu erreichen", so die Hessin, die sich wie kaum eine Athletin für ihren Traum schindet. Seit Ende Oktober 2018 gönnte sie sich keinen freien Tag. "Das ist für einen Außenstehenden vermutlich wirklich unvorstellbar. Ich hatte viele Jahre großen Respekt vor den Schmerzen im Training, aber mittlerweile freue ich mich auf die harten Tempoeinheiten", so Krause.

Dieses Thema im Programm:

Das Erste | Sportschau | European Championships 2018 | 04.08.2018 | 09:55 Uhr

Stand: 27.09.19 14:20 Uhr